Nach einer Minute fiel die Null um
Von Holger Schmälzger (Der Westen)
TuS Eving-Lindenhorst – Lüner SV 6:1 (3:1). Die Null wollten die Lüner beim Spitzenreiter der Liga erst einmal halten – nach einer Minute war es aber schon vorbei mit diesem Vorsatz der Reis-Elf.

TuS Eving-Lindehorst - Lüner SV 6:1, Martin Krüger vom LSV (in weiß-rot) im Zweikampf gegen den zweifachen Torschützen Eyup Cosgun
Denn da hatte TuS-Stürmer Rammel nach einem Abwehrfehler des Lüner SV schon zum 1:0 für die Gastgeber eingeköpft. „Eving ist eine Mannschaft, die in allen Belangen besser ist als wir. Die werden nächstes Jahr sicherlich nicht mehr in dieser Liga spielen. Gegen so ein Team kannst du dann nur mit Laufbereitschaft und Aggressivität etwas holen”, war Co-Trainer Arndt Kempel nicht aufgrund der Niederlage enttäuscht, sondern weil die Vorgaben für das Spiel zu Beginn nicht eingehalten wurden.
Nach dem Schnitzer in der Anfangsminute klingelte es neun Minuten später schon wieder im LSV-Kasten, die Gäste kamen erst gar nicht in die Zweikämpfe, Rammel und Cosgun standen bei ihren Treffern sträflich frei.
Die erste Chance der Gäste brachte dann gleich einen Erfolg, Linksfuß Bayrakli zirkelte den Ball bei seinem Freistoß neben den Pfosten ins Tor, TuS-Keeper Jankowski machte dabei keine gute Figur. Anscheinend brauchte der LSV wieder diese Art von Weckruf: Anschließend war man gleichwertig, konnte sich jedoch kaum Chancen herausspielen. Dafür stand die Abwehr gegen die starke Dortmunder Offensive jetzt sicherer. Ansonsten war Keeper Brochtrup – oder als dieser schon geschlagen war – der Pfosten und Scharfetters Kopf zur Stelle.
„Da haben wir die einzigen guten 25 Minuten gespielt”, sagte Kempel, der den nächsten Gegentreffer in der 43. Minute als „derben Nackenschlag” bezeichnete.
Nach der Pause blieb der TuS die bessere Mannschaft, auch ohne großen Aufwand zu betreiben. Völlig verdient fielen dann auch zwei weitere Treffer (53. und 56.). Brochtrup verhinderte eine höhere Niederlage für seinen LSV, der in Durchgang zwei nur durch zwei Distanzschüsse von Keven Krause zu Chancen kam. Brochtrup hielt in der Schlussminute einen Foulefmeter von Kalpakidis, der im Nachsetzen aber zum 6:1 traf.
DREI FRAGEN AN
Robert Brochtrup
An Robert Brochtrup lag es bestimmt nicht, dass der Lüner SV beim Tabellenführer sechs Tore kassierte, der LSV-Kepper verhinderte mit guten Paraden sogar eine höhere Niederlage der Weiß-Roten.
Was war ihr erster Gedanke, als sie schon nach einer Minute den Ball aus dem Netz holen mussten?
Brochtrup: „Da wurden sofort Erinnerungen an das Spiel gegen den TuS in der Vorbereitung wach. Da hatten wir 0:7 verloren.”
Waren sie froh, als das heutige Spiel endlich vorbei war?
„Nein, denn das Spiel war ja schon entschieden. Froh bin ich, wenn Spiele, bei denen wir knapp führen, abgepfiffen werden.”
Beschäftigt sie so eine Niederlage noch den ganzen Tag lang?
„Die heutige Niederlage nicht, die war ja fast schon eingeplant. Gegen Mastbruch und Rhynern war das anders.”


