Zu wenig Vertrauen und Respekt?
Von Bernd Janning
Fehlende Rückendeckung und mangelnde Zuverlässigkeit einiger Spieler – nach der 0:2-Niederlage des Lüner SV gegen Beckum denkt Trainer Marcus Reis schon lauter über seine Zukunft in Lünen nach und will die “faulen Äpfel” in seinem Team aussortieren.

Fußball-Landesligist Lüner SV, hier eine Szene aus der vergangenen Saison gegen Rhynern, sucht noch den Erfolgsweg. Foto: Günter Goldstein
Schon nach 37 Minuten holte die Landesliga-Fußballer des Lüner SV am Sonntag in Beckum der graue Alltag wieder ein. Bis dahin hatte die Innenverteidigung mit Andre Wersing und Mathias Baer, eher zwei Leute für den offensiveren Part, dicht gehalten. Eine Fehlerkette leitete dann den Rückstand ein.
“Lünen in Not”
Spätestens, als Trainer Marcus Reis am Sonntag vor der Abfahrt auf sein Personal schaute, hieß es wieder „Lünen in Not“. Das Izzet Ceylan und Sebastian Brunner in den heute schweren Zeiten von ihren Arbeitgebern kein Frei bekamen, ist zu verstehen. Daniel Scharfetter verletzte sich in seiner Freizeit mit einem Messer, musste genäht werden. Daniel Klaschik war verletzt… Dann erschien auch Robert Asare nicht zur Abfahrt.
„Wer Fußball spielt, der weiß, dass das Nichtkommen zum Spiel automatisch den Ausschluss bedeutet“, so Reis, der aber nicht weiß, ob er für eine solche Entscheidung die volle Rückendeckung des Vorstandes hat. Erinnerungen an die Probleme um den nach nur einem Jahr nach Weddinghofen abgewanderten Torjäger Yasin Gider werden wach.
Drei Spieler mit Trainingsrückstand
„Mir ist ein Spieler wie David Hoffmann, der zu jeden Training kommt, sich richtig einzuschätzen weiß, lieber, als einer, der vom Einsatz
in der Nationalelf von Ghana träumt“, ärgert sich der Coach über Asare und darüber, dass Hoffmann noch keine Freigabe hat. So musste er in Beckum mit einer Elf auflaufen, in der auf jeden Fall drei Spieler gewaltigen Trainingsrückstand hatten.
„Wir waren auf Augenhöhe, waren spielerisch sogar besser, so dumm sich das auch anhört, als beim 3:3 zum Auftakt gegen Meschede. Aber Beckum hatte am Ende mehr Kraft“, analysiert Reis und hofft immer noch, dass alle, die nicht trainieren können, wenigsten in der Freizeit für sich arbeiten. „Denn wenn alle fit sind, gibt es immer noch drei schlechtere Mannschaften in der Liga. Und wir steigen nicht ab.“
“Faule Äpfel”
Fehlende Rückendeckung, mangelnde Zuverlässigkeit einiger Spieler, der Coach denkt schon lauter über seine Zukunft in Lünen nach. „Muss ich mir das alles antun? Aber, solange die Mannschaft hinter mir steht, mache ich weiter. Es darf nur niemand ein Alibi haben, die Arbeit nicht vernünftig zu leisten. Die faulen Äpfel müssen von Anfang an aussortiert werden. Stehen dann alle komplett hinter dem Team, wird es dann auch alles zurückzahlen.“
Am einfachsten wäre es, wenn dies schon Sonntag im Heimspiel gegen SC Neheim mit einem Sieg der Fall wäre. Die Sauerländer erwischten auch keine guten Start, verloren Sonntag sogar ihr Heimspiel gegen Mengede mit 0:4.


